Risikomanagement
Als international agierende Unternehmensgruppe unterliegen die CEWE COLOR Holding AG und ihre Tochtergesellschaftenverschiedenen Risiken, die nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie auf die Vermögens-,Finanz- und Ertragslage haben könnten. Die CEWE COLOR Holding AG hat daher in Übereinstimmung mitbranchenüblichen Standards und gesetzlichen Bestimmungen ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystemeingerichtet, um potenzielle Risiken frühzeitig erkennen, bewerten und erforderlichenfalls mit entsprechendenMaßnahmen gegensteuern zu können. Das Kontroll- und Risikomanagement ist als integraler Bestandteil derGeschäfts-, Planungs-, Rechnungslegungs- und Kontrollprozesse in das Informations- und Kommunikationssystemder CEWE COLOR Gruppe eingebunden und ist wesentlicher Bestandteil des Führungssystems der CEWE COLORGruppe. Das Kontroll- und Risikomanagement basiert auf einem systematischen, den gesamten Konzern umfassendenProzess der Risikoerkennung, -bewertung und -steuerung.
Mit der Aufgabe des Kontroll- und Risikomanagements sind der Vorstand, die Leiter der regionalen Profitcenter im In- und Ausland sowie die Zentralabteilungen und Projektverantwortlichen betraut. Die federführende Verantwortung für die Gestaltung des Kontroll- und Risikomanagements liegt beim Vorstand.
Das Risikomanagementsystem erfasst die Risiken der einzelnen Risikofelder in einer jährlichen, konzernweiten Risikoinventur. Auf Grundlage der Risikoinventur wird der jährliche Risikobericht erstellt. Unterjährig erfolgt mindestens quartalsweise eine Überprüfung der Risikobewertungen. Diese werden mindestens quartalsweise an den Aufsichtsrat berichtet. Neu auftretende Risiken werden nach Meldung an den Risikobeauftragten in das Risikomanagementsystem aufgenommen und einem Risikoverantwortlichen zugewiesen. Soweit erforderlich, führen die Einschätzungen der Einzelrisiken zur Bildung entsprechender Rückstellungen.
Das interne Kontrollsystem ist integraler Bestandteil der Geschäftsprozesse der CEWE COLOR Gruppe, umfasst eine Vielzahl von Überwachungs- und Steuerungsmechanismen und beruht im Wesentlichen auf vier Prinzipien, die im Folgenden näher erläutert werden:
- 4-Augen-Prinzip
- Integriertes Berichtswesen
- Funktionstrennung
- Externe / Interne Revision
Das „4-Augen-Prinzip“ wird durch Regelungen wie Satzungen, Richtlinien, Geschäftsordnungen, Anweisungen und Vertretungs- sowie Zeichnungsbefugnisse gewährleistet. Einen weiteren Steuerungs- und Überwachungsmechanismus stellt das bei der CEWE COLOR Gruppe vorliegende abgestimmte IT-Berechtigungskonzept dar, welches konkret den Zugang und die Tätigkeiten einzelner Personen und Personengruppen zu den überwiegend SAP-basierten Anwendungen und zu deren Funktionsbereichen regelt.
Das „integrierte Berichtswesen“ umfasst ein detailliertes Planungs-, Steuerungs- und Berichtskonzept zur Lage und zum Ausblick des Konzerns. Der Planungsprozess erfolgt retrograd und ist auf monatliche Planwerte ausgerichtet. Das bestehende Konzerninformationssystem wird sowohl auf Ebene der einzelnen Profitcenter als auch auf
Vorstandsebene durch monatlichen Plan-Ist-Vorjahresvergleich und ergänzend standortübergreifende Business Reviews gewährleistet. Dort werden Entwicklungen, Chancen, Risiken sowie Maßnahmen diskutiert und entsprechend dokumentiert.
Um die Sicherheit von Abläufen und gleichsam die Qualität der einzelnen Prozesse zu gewährleisten, wird bei der CEWE COLOR Gruppe eine strikte „Funktionstrennung“ von kritischen Geschäftsprozessen vorgenommen. Bestimmten Fachbereichen sind zudem zentrale Aufgabenstellungen zugewiesen, so dass auch eine gegenseitige Kontrollverantwortung implementiert ist.
Weiterhin werden in regelmäßigen zeitlichen Abständen alle Gesellschaften einer „externen Revision“ im Finanz- und Rechnungswesen sowie weiteren „internen Revisionen“ in den übrigen Funktionsbereichen unterzogen.
Die CEWE COLOR Gruppe überwacht im Rahmen des Kontroll- und Risikomanagementsystems auch die Werthaltigkeit ihrer Beteiligungen an Tochterunternehmen. Die Beteiligungswerte werden regelmäßig entsprechenden „Impairment Tests“ unterzogen.
Im Folgenden werden die einzelnen Risikofelder in fünf Bereiche unterteilt:
- Operative Risiken
- Finanzrisiken
- Strategische Risiken
- Betriebs- und Logistikrisiken sowie
- Rechtliche Risiken
Operative Risiken
Der Markt für Filme und analoge Bilder ist weiterhin jährlich mit ca. 35 % bis 40 % rückläufig. Der höhere Bestand am Digitalkameramarkt führt nicht zwangsläufig zu einer Erhöhung des Printvolumens bei Digitalfotos, da viele Digitalfotos auf den Festplatten verbleiben und nicht auf Fotopapier ausgedruckt werden. Die CEWE COLOR Gruppe sieht in dem Produkt CEWE FOTOBUCH eine Chance, das Printvolumen für Digitalfotos zu erhöhen. Im Internet konnte das Volumen von Kalendern mit digitalen Fotos zum Jahresende nochmals deutlich gesteigert werden.
Das Kaufverhalten von Fotoprodukten als Urlaubs- und Freizeitprodukt wird darüber hinaus durch die Konjunkturentwicklung in Europa beeinflusst. Die vorliegenden Wirtschaftsprognosen (hier auf Basis der Eurostat) gehen für das Jahr 2010 von einer durchaus positiven Konjunkturentwicklung in allen Ländergruppen aus. Während man in Zentral- und Westeuropa von einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,0 % bzw. 0,5 % ausgeht, erwartet man in Benelux einen minimalen Rückgang des BIP von – 0,1 %. In Mittelosteuropa wird ein Anstieg von 1,2 % erwartet.
Konjunkturentwicklung
Neben der Mengenentwicklung ist das Thema „Preis“ entscheidend für den Unternehmenserfolg. Hier ist das Markenprodukt CEWE FOTOBUCH mit seiner herausragenden Qualität, der führenden Software durch den Bestellassistenten sowie seiner stets erweiterten Produktpalette der Schlüssel zum Erfolg. Im analogen Bereich werden die Preise wieder an die durch rückläufige Mengen gestiegenen Herstellungskosten angepasst.
Bei den Fotopapierlieferanten konzentrieren wir uns derzeit auf die Anbieter DNP, Fuji und Kodak. Weitere Lieferanten sind jedoch auf dem Markt. Bei Papier für Digitaldruck gibt es weitere für uns interessante Anbieter. Das Beschaffungsrisiko bei Investitionsgütern und Fototaschen konnte durch neue Lieferanten bzw. durch eine risikoorientierte Lieferantenauswahl gemindert werden. Generell haben wir für strategische Artikel unter Risikogesichtspunkten Alternativlieferanten aufgebaut.
Die Abhängigkeit von Großkunden steigt tendenziell durch die zunehmende Konzentration im Einzelhandel. Dass die fünf größten Kunden mit ihren einzelnen Vertriebsschienen bei CEWE COLOR einen Umsatzanteil von weniger als 40 % ausmachen, ist im Vergleich zu anderen Unternehmen positiv hervorzuheben.
Im Bereich des Umweltrisikos, das durch regelmäßige interne Kontrollen an allen Produktionsstandorten überwacht wird, sind auch 2009 keine Verstöße gegen Umweltauflagen zu vermelden.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die kommerzielle und die technische EDV wiederum durch externe Prüfungsgesellschaften revisioniert, um die EDV-Sicherheit weiter zu verbessern und die Effizienz zu steigern.
Finanzrisiken
Durch die steigenden Umsätze im Einzelhandel in Mittelosteuropa und Norwegen bzw. Schweden ist der Anteil der Umsätze im Nicht-Euroraum auf 37,4 % gestiegen. Andererseits haben wir in vielen Ländern eigene Produktionsstätten, so dass von den Währungsrisiken keine existenzbedrohenden Auswirkungen zu erwarten sind. Beim Umsatz wurden durch die Wechselkursverluste 17,7 Mio. Euro weniger Umsatz in Euro ausgewiesen, als es dem Zuwachs in lokalen Währungen entspricht. Termingeschäfte zur Fixierung von Wechselkursen wurden nicht abgeschlossen.
Im Produktionsprozess wird Silber gewonnen und geerntet. Das Risiko in der Silbervermarktung liegt im erzielbaren Silberpreis. Durch die geringe Silberernte sinkt jedoch das Silbervermarktungsrisiko tendenziell.
Das Zinsänderungsrisiko ist durch die solide Eigenkapitalquote von 41,6 % und durch weitere mittelfristigere Finanzierungen, teilweise sogar zu festen Zinssätzen bzw. Konditionen, begrenzt. Unsere Finanzierung ist trotz der Finanzmarktkrise gesichert; die entsprechenden Kreditlinien wurden verlängert und erweitert. Wir gehen weiterhin davon aus, dass wir die Rahmenbedingungen (Covenance) unserer Kreditverträge einhalten können.

Die Forderungsrisiken wurden entsprechend der Bedeutung versichert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind durch Insolvenz von größeren Kunden und den Eigenbehalt der Versicherung keine wesentlichen Ausfälle entstanden. Darüber hinausgehende Ausfallrisiken wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr durch Einzelwertberichtigungen i. H. v. 1.134 TEuro (Vorjahr: 1.003 TEuro) ausreichend berücksichtigt. Angesichts der Finanzmarktkrise hat die Debitorenabteilung die Außenstände noch restriktiver geführt.
Neben den Investitionen für Maschinen und Anlagen gewinnen die Positionen selbst erstellte Software und übrige immaterielle Vermögenswerte an Bedeutung. Das Investitionsbudget des abgelaufenen Jahres i. H. v. ursprünglich 27,0 Mio. Euro wurde mit 27,4 Mio. Euro (2008: 33,3 Mio. Euro) eingehalten.
Strategische Chancen und Risiken
Für den Wandel vom analogen zum digitalen Geschäft und der steigenden Bedeutung des Internets als Bestellweg haben wir unsere Programmier- und Entwicklungskapazitäten in diesem Bereich weiter verstärkt. Durch die Konzentration der Entwicklungsaktivitäten auf unsere Mitarbeiter versuchen wir, den Vorsprung gegenüber der Konkurrenz weiter auszubauen.
Bei unserer Tochtergesellschaft CEWE COLOR Ltd. England, Warwick, die wir im Jahr 2005 übernommen hatten, konnten wir 2009 ein fast ausgeglichenes Ergebnis verzeichnen. Durch zusätzliche Neukundenumsätze wird für 2010 ein positives Ergebnis angestrebt.
Betriebs- und Logistikkosten
Mit der Schließung der Produktion in Paris wurde das Restrukturierungsprogramm der Analog-Digital-Transformation abgeschlossen. Operative Betriebsrisiken durch den Ausfall von Maschinen werden gering eingeschätzt. Durch das Engagement von einer Vielzahl von Fahrdienstunternehmen ist das Logistikrisiko überschaubar, das Risiko von Benzinpreiserhöhungen ist gegeben.
Rechtliche Risiken
Existenzgefährdende rechtliche Risiken aus laufenden Verfahren oder anderen Disputen sind derzeit nicht ersichtlich. Für Prozessrisiken aus dem laufenden Geschäftsverkehr ist in ausreichendem Maße Risikovorsorge betrieben worden.
Im Rahmen der Audit-Committee-Sitzung des Aufsichtsrates vom 8. April 2010 wird der testierende Wirtschaftsprüfer direkt an den Aufsichtsrat berichten. Das Risikomanagementsystem erfüllt nach Testat des Wirtschaftsprüfers in vollem Umfange die Anforderungen des § 91 Abs. 2 AktG.
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